Die TAI-CHE-GONG-Stile

 

 

TAI-CHE-GONG heißt übersetzt: Ausdruck der Lebensenergie durch Arbeit/Übung. Wie wir aus dem Begriff erkennen, beinhaltet diese Übungsform bereits in sich das Che(Qi)-Gong, übersetzt "die Arbeit mit der Lebensenergie"  und das TAI-CHE, übersetzt "der Ausdruck der Lebensenergie".

Im TAI-CHE-GONG, der hier dargestellten Urform aus dem 13. Jahrhundert, sind diese beiden Elemente von Anfang an in den einzelnen Übungen vereint. Bei präziser Ausführung der Übungen wird das Che(Qi)-Gong automatisch aktiviert und durch die Kraft des richtigen Atemflusses in der Endstellung zum TAI-CHE, dem Ausdruck von CHE(Qi)-Gong.

 

TAI-CHE-GONG in seinem Ursprung ist somit die vollkommene Einheit von Atem, Körperübung und Ausdruck der Lebensenergie.

 

Die hier vorgestellte Urform aus dem 13. Jahrhundert geht auf fünf Stil-Einheiten zurück, die alle fünf Bereiche des menschlichen Wesens umfassen. Aufgrund ihrer Bewegungsarten wurden die Übungen verschiedenen Tieren zugeordnet.

 

 

Der Drachen-Stil

 

Der Drachen-Stil verlangt von dem Übenden, dass die fünf Schwerpunkte des menschlichen Körpers

- die beiden Handflächen

- die beide Füßen und

- das Herz so aufeinander abgestimmt werden, dass man sich in diesen Techniken nach jeder Richtung wenden kann, ohne seine eigene Mitte zu verlieren. Dieser Stil verlangt Leichtfüßigkeit und wird, richtig angewandt, ohne plumpe Körperkraft ausgeführt.

Kopf und Rumpf werden aufrecht gehalten und sind vollkommen gelockert.

Die Augen sollen geradeaus schauen und durch Konzentration das gesamte Umfeld sehen. D.h., ohne dass man nach unten schaut, soll der Übende die eigenen Fußspitzen sehen. Durch das Bemühen, scharf geradeaus zu schauen, werden die Augen gestärkt. Wer den Drachen übt, erlangt Kraft und Gesundheit und seine Augen werden an Schärfe gewinnen.

 

  

 

 

Mittlerer Reitersitz

 

 

Der Tiger-Stil

 

Der Tiger-Stil fördert die Ausbildung der Knochen. Denn wenn diese nicht stark sind, geben sie keine Kraft in den Körper. Wesentlichstes Merkmal des Tiger-Stils sind gestreckte Stellungen, die besonders Hüfte, Rumpf, Hände und Beine betreffen. Beim Üben dieser Techniken wird eine leichte Anspannung, aber keine Verkrampfung oder Anspannung vollzogen. Langjähriges Üben des Tiger-Stils werden die Knochen des gesamten Körpers stärken.

 

 

 

 

Der Tiger streckt die Krallen

 

 

 

Der Schlangen-Stil

 

Der Schlangenstil beinhaltet eines der großen Geheimnisse des alten Drachenweges. Richtig geübt, verbindet er die großartige Synthese von Hart und Weich, Langsam und Gleitend, Bewegung und Ruhe.

Er verhilft den Übenden zu einer tiefen und gleichmäßigen Atmung, ohne Keuchen und Schnappen. Durch die tiefe Atemtechnik wird die Baugegend elastisch gehalten und dadurch die Verdauung gefördert.

Durch die entspannten Bewegungen der Schlange und die konzentrierte tiefe Atmung erscheint für einen Außenstehenden der Körper kraftlos.

Das Geheimnis der Schlangentechnik ist aber, blitzartig ein möglichst großes Energiepotential an Kraft frei zu lassen wie der stärkste Mensch. Dennoch wird die Schlange grundsätzlich langsam und geschmeidig, ebenso wie sich eine Schlange in der Natur bewegt, geübt.

 

Gerade die Schlangentechnik ist für die tiefe Atempflege gedacht. Wer das erreicht, kann die Luft nicht nur in der Bauchhöhle sammeln und daraus steuern, sondern auch den ganzen Umlauf des Blutes mit Kraft, sprich Energie, versorgen.

 

 

 

 

 

Die Schlange schwimmt über den Fluss

 

 

 

 

Der Leoparden-Stil

Der Leoparden-Stil dient der Ausbildung der Kraft. Diese wird u.a. dadurch erreicht, dass eine knappere geduckte Reiterhaltung eingenommen wird. Die Armtechniken werden kürzer am Körper gehalten und nicht wie beim Tiger-Stil gestreckt.

 

 

 

 

 

Der Leopard zeigt die versteckten Krallen

 

  

 

Der Kranich-Stil

 

Mit dem Kranich-Stil wird die Ausbildung der Sehnen, die ja Muskeln und Knochen verbinden, bezweckt. Dieser Stil ist sehr schwer und langwierig zu lernen, da er viel mit dem Gleichgewichtsempfinden, z.B. stehen auf einem Bein, zu tun hat. Der Kranich-Stil ist besonders wichtig, da die Übungen die Hals- und Nacken-Sehnen richtig ausbilden. Dies geschieht z.B. durch Heben des Kopfes, wobei der Körper zurück gelehnt wird. Gerade für spätere mediale Übungen sind die Kranich-Figuren eine wesentliche Voraussetzung, um Nervenstabilität und stärker fließende Energie im Körper aufnehmen zu können.

 

 

 

 

 

Der Kranich hebt den Schnabel

 

 

 

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